Revanche bestellt, Revanche geliefert! Fidan dreht beim 8. Snooker Friends Sommercup den Spieß um

Revanche bestellt, Revanche geliefert! Fidan dreht beim 8. Snooker Friends Sommercup den Spieß um

28. Juli 2026 Aus Von Norbert Engel

Manche Fortsetzungen sind schlechter als das Original.

Diese definitiv nicht.

Gerade einmal einen Sommercup zuvor standen sich Roger Hohl und Fidan Qerkinaj im Finale gegenüber. Damals hatte Fidan den Sieg praktisch schon auf dem Queue, Schwarz pendelte in der Tasche – und Roger sagte sinngemäß: Danke, die nehme ich noch.

Turniersieg Hohl.

Eine Runde später?

Gleiche Finalisten. Gleicher Tisch. Aber ein völlig anderes Drehbuch.

Diesmal hatte Fidan offenbar beschlossen, die Sache etwas unkomplizierter zu gestalten.

Roger macht kurzen Prozess – Fidan schaut genau hin

Roger Hohl präsentierte sich erneut in hervorragender Form. Im Halbfinale ließ er seinem Gegner kaum Luft zum Atmen und machte ziemlich kurzen Prozess.

Fidan hatte das natürlich mitbekommen.

Und offenbar dachte er sich:

So ein Gefühl würde ich auch gerne einmal erleben.

Gesagt – beziehungsweise gedacht – getan.

Im Finale gab es diesmal kein langes Abtasten, keinen stundenlangen taktischen Stellungskrieg und vor allem keine dramatisch pendelnde Schwarze, die anschließend noch einen Schweizer glücklich macht.

Fidan übernahm das Kommando.

Konzentriert, entschlossen und mit der Erinnerung an das verlorene Finale vom letzten Sommercup im Hinterkopf spielte er seine Chancen konsequent zu Ende.

Roger versuchte dagegenzuhalten, doch diesmal gehörte der Abend seinem kanadischen Finalgegner.

Revanche geglückt – Fidan Qerkinaj gewinnt den 8. Snooker Friends Sommercup!

Und irgendwo dürfte eine schwarze Kugel erleichtert gewesen sein, dass sie diesmal nicht die Hauptrolle übernehmen musste.

Ein Comeback, das sich sehen lassen kann

Eine weitere richtig schöne Geschichte des Abends schrieb Mathias Kopf.

Nach mehr als einem Jahr Pause war er erstmals wieder beim Sommercup dabei.

Ein bisschen einspielen, wieder Turnierluft schnuppern und schauen, was noch geht?

Von wegen.

Halbfinale!

Mathias spielte vom ersten Match weg starkes und konzentriertes Snooker und lieferte nach seiner langen Pause eine tadellose Leistung ab. Ohne große Anlaufzeit marschierte er unter die besten Vier.

So kann man ein Comeback natürlich auch gestalten.

Willkommen zurück, Mathias!

Und dann wäre da noch Suphi …

Über Suphi Yalman haben wir in dieser Sommercup-Saison schon einiges geschrieben.

Er kann Turniere gewinnen. Er kann Favoriten ärgern. Er kann großartiges Snooker spielen.

Aber diesmal soll etwas anderes erwähnt werden.

Während andere rechnen, wer gegen wen spielt, wie viele Punkte es für die Gesamtwertung gibt und wie weit der Weg zum nächsten Turniersieg noch ist, kümmert sich Suphi mindestens genauso oft darum, dass es allen anderen gut geht.

Hier helfen, dort schauen, mit jemandem lachen, sich um etwas kümmern – und irgendwann zwischendurch vielleicht auch noch ein bisschen Snooker spielen.

Suphi ist ein allseits beliebter Sportsmann, und Menschen wie er sind ein wesentlicher Grund dafür, warum aus einer Turnierserie tatsächlich die Snooker Friends werden.

Ein Turniersieg ist irgendwann eine Zahl in einer Rangliste.

Wie man miteinander umgeht, bleibt.

Blick auf die Gesamtwertung:
Nach acht Turnieren wird es vorne immer interessanter. Gleichzeitig zeigt gerade das Duell Hohl gegen Qerkinaj wunderbar, wie schnell sich die Verhältnisse ändern können: Gestern gewinnt der eine, heute schlägt der andere zurück.

Und damit haben wir nach acht Turnieren eine wichtige Erkenntnis gewonnen:

Beim Snooker Friends Sommercup bekommt jeder eine zweite Chance.

Fidan bekam seine.

Er nutzte sie.

Und Roger?

Der weiß jetzt wenigstens, wie sich die andere Seite dieser Geschichte anfühlt.